Wie können Sie ein SSL-Zertifikat einrichten ohne die Positionierung Ihrer Website zu beeinträchtigen?

Die Einsetzung eines SSL-Zertifikats wird in naher Zukunft für alle Internetseiten verpflichtend sein. Obwohl die Verwendung dieses Zertifikats ein Muss in der heutigen virtuellen Welt ist, kann unangenehme Konsequenzen für die Website-Betreiber haben.
18 December 2017

Unprofessionelle  Einführung des SSL-Zertifikats kann zur schlechteren Positionierung Ihrer Website in den Suchmaschinen führen und Ihre Website in den Suchresultaten benachteiligt positionieren. Wir haben ein paar Tipps für Sie, wie man dies vermeiden kann.

Warum ist die Umstellung auf HTTPS so wichtig?

HTTPS ermöglicht sichere Verbindung und Übertragung von Informationen. Dank der SSLVerschlüsselung und mithilfe von Transport Layer Security (TLS) werden die übertragenen Daten gesichert. 
HTTPS-Protokoll ermöglicht diesen Schutz durch:
- Verschlüsselung: erschwert maßgeblich den Datendiebstahl von Passwörtern, Benutzernamen etc.
- Datenintegrität: während einer Datenübertragung wird eine Modifizierung oder Beeinträchtigung der Daten sofort automatisch erkannt
- Garantie: Website-Besucher werden in einer Meldung darüber informiert, dass sie sich auf einer gesicherten Website befinden

Unüberlegte Einsetzung des HTTPS-Protokolls kann aber die Positionierung Ihrer Website in den bisherigen Suchresultaten deutlich beeinträchtigen.  Um die Implementierung des SSL-Zertifikats ohne negative Konsequenzen für SEO Ihrer Website durchzuführen, ist es notwendig, folgende Faktoren zu beachten und Schritte einzusetzen.

1. Umleitung

Nach der Verschlüsselung ändert sich die Struktur der URL-Adresse. Daher ist es relevant, die notwendigen Umleitungen einzusetzen. Die Suchmaschine erkennt http://www.domena.pl und https://www.domena.pl als zwei unterschiedliche Internetseiten. Nach der Umstellung auf HTTPS muss man die fixen Umleitungen 301 einrichten d.h. von allen „ alten“ URL-Adressen, die mit http:// beginnen auf entsprechende „neue“ URL-Adressen beginnend mit https://.  Dabei ist es vor allem zu beachten, dass die Umleitungen direkt sein sollten und die sogenannten „Umleitungsketten“ (redirect chains) zu vermeiden sind.  Dies passiert wenn sich bei der Einsetzung der SSL-Version auch ein anderes Element der URL-Adresse ändert wie z.B.:

- Alte URL-Adresse http://www.domena.pl/ leitet auf die neue Adresse um
- http://www.domena.pl/neue-Adresse leitet dann auf die SSL-Version weiter
- https://www.domena.pl/neue-Adresse
 Korrekt wäre es aber, dass der erste Schritt direkt zum dritten Schritt führt.


 

2. Subdomänen

Die Einrichtung des HTTPS-Protokolls auf der Hauptdomäne führt nicht immer automatisch zur Implementierung des SSL-Protokolls auch in all ihren Subdomänen. Vor allem wenn die Subdomänen „unabhängige“ Microsite oder Landingpage-Webseiten beinhalten. Besonders in solchen Fällen sollte man sicherstellen, dass die implementierte Verschlüsselung auch die eventuellen Subdomänen betrifft.

 

3. Inhalte Ihrer Webseite


HTTPS-Protokoll muss zu allen Inhalten hinzugefügt werden wie z.B. JS/CSS Skripten, Graphiken, Filmen und allen anderen Elementen, an welche in der Kodierung der Webseite umgeleitet wird. Wenn in der Kodierung absolute Adressen zu anderen Elementen der Webseite vorhanden sind, dann muss man sie auf relative Adressen ändern oder neue Adressierung berücksichtigen

 

4. Canonical tag

Wenn Ihre Webseite das Canonical Tag verwendet, das die Datenduplizierung verhindert, vergessen Sie nicht, dass das Canonical Tag die absolute URL-Adresse beinhalten soll. Die Umstellung auf HTTPS bedeutet auch, dass Ihr Canonical Tag aktualisiert werden muss.

 

5. Externe Links

Vor der Einsetzung des SSL-Zertifikats muss man die Analyse aller Portale durchführen und alle Webseiten lokalisieren, die  mit Links auf Ihre Webseite verweisen. Alle Adressen, wo man dazu die notwendigen Berechtigungen besitzt, sollte man auf HTTPS umstellen wie z.B  Partner-Webseiten oder offizielle Profile in Sozialen Medien. Die Links, die man nicht beeinflussen bzw. verändern darf, sollte man bei der Umleitung berücksichtigen (siehe Punkt 1).

 

6. Werbung

Wenn Sie als Ihre Marketingstrategie die AdWords-Kampagne oder andere Form der Internetwerbung verwenden, stellen Sie sicher, dass die Links auf „neue“ und aktuelle Version Ihrer Webseite verweisen. Nach der Umstellung auf HTTPS werden „alte“ Webseiten mit der Zeit aus dem Google-Index entfernt. Um Ihre Online-Werbung nicht zu beeinträchtigen, ist es hochrelevant auf die richtigen Links zu verweisen.

 

7. Google Search Console

Nach der Verschlüsselung ist es auch notwendig, ein neues Profil auf GSC zu eröffnen. Ihr neues Profil muss mit https:// beginnen. Manche Funktionen wie z.B „als Google herunterladen“ verwenden die im Profil hinterlegte Domäne. Daher werden sie nicht mehr verfügbar sein , falls ein neues Profil nicht eröffnet wird. Grundsätzlich empfiehlt Google alle bereits angelegten Profile für Search Console im Hinblick auf alle Versionen der Webseite: http, https, www und ohne www zu verifizieren.

 

8. Sitemap XML


Alle Sitemaps, die HTTP-Adressen beinhalten, müssen auch auf HTTPS umgestellt werden. Alle URLAdressen in Sitemaps müssen die neuste Protokoll-Version verwenden.  Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre Sitemap richtig aktualisiert wurde, können Sie dies z.B. in Google Search Console tun.

 

9. Google Analytics und Statistiken

Bei der Einführung des SSL-Zertifikats ist es notwendig, die korrekten Einstellungen bei Google Analytics zu prüfen. Dank dieser Analyse erfährt man, ob der GA- Code unbedingt aktualisiert werden muss.  Bei der Verwaltung Ihres Profils in „Einstellungen“ ist das voreingestellte HTTP-Protokoll mit HTTPS zu ersetzen.
Die gleiche Vorgehensweise gilt für alle anderen externen Tools, die man in Analytics oder Promotion nutzt.

 

10. Ladezeit Ihrer Webseite

Nach der Einsetzung des SSL-Zertifikats ist es möglich, dass sich die Ladezeit Ihrer Webseite verlängert.  Zur Verminderung der unangenehmen „Nebenwirkungen“ hilft die Beschränkung der verwendeten Plug-Ins, Verifizierung der Bildgröße, Verwendung der GZIP-Kompression auf dem Server oder Entfernung der unnötigen Tags vom HTML-Code und JavaScript.
 
Die Einsetzung des SSL-Zertifikats ist ein unabdingbarer Prozess in der heutigen Online-Welt. Unprofessionelle und unüberlegte Vorgehensweise kann aber die hart erarbeitete Positionierung in Browsern beeinträchtigen. 
Wenn Sie die erwähnten zehn Schritte berücksichtigen, verhindern Sie sicherlich viele unangenehme Überraschungen bei der Umstellung auf HTTPS. Um sicherzustellen, dass der ganze Prozess richtig durchgeführt wurde, nutzen Sie das Fachwissen und die Erfahrung von  Experten, die Ihnen bei dieser Umstellung helfen und alle notwendigen Elemente optimieren können.

 

Veröffentlicht auf dem Portal JakNapisac.com
Autor: Paweł Korniak
den 18. Dezember 2017

 

 

 

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